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Rethra und die Kirchenglocken zu Prillwitz

Rethra und die Kirchenglocken zu Prillwitz

Rethra war die Hauptstadt der Rethrarier. Ihre Bewohner waren so böse und übermütig, dass Gott zur Strafe die Stadt in die Erde versinken ließ. Wo jetzt der Liepssee ist, da hat sie gestanden, und bei klarem Wetter kann man sie noch in der Tiefe sehen; ihre Glocken klingen manchmal herauf. Am Johannistage aber stiegen die Glocken ans Land und lagen frei und offen am Ufer; den Menschen erschienen sie wie Steine.
Einst kam am Johannistage ein Mädchen aus Prillwitz [Kr. Neu-strelitz] an den See, spülte ihre Tücher aus und legte sie auf zwei der Steine. Da rollte der dritte ins Wasser, und helles Glockengeläut ließ sich vernehmen: Die zwei anderen haben sich plötzlich in Glocken verwandelt. Das Mädchen läuft erschreckt nach Hause und erzählt es; sie wird jedoch ausgelacht. Auf ihr Drängen machen die Prillwitzer sich indessen auf und gehen an den See.
Die beiden Glocken sind noch da. Nun fragt sich, wem sie gehören. Die Neubrandenburger machen Anspruch darauf, weil ihnen Grund und Boden gehört. Es entsteht ein Prozess darüber, den die Neubrandenburger gewinnen. Sie laden daher die Glocken auf einen Wagen, und der Fuhrmann treibt die Pferde an mit den Worten:

»Nu hoi alltosamm,

Diss' scelt' blot för dei Ricken gähn.«

Allein der Wagen geht nicht vorwärts: Es werden mehr Pferde vorgespannt - alles ist umsonst. - Da kommt ein Bauer aus Prillwitz mit Pflug und Ochsen und sagt, er wolle es versuchen. Man lacht ihn aus. Er aber spannt seine Ochsen vor und sagt:

»All vier togliek, För Arm un Riek!«

Und da geht der Wagen vorwärts. Die Ochsen ziehen den Wagen nach Prillwitz, und die Glocken hängen noch daselbst.


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