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Die Zeichen im Stein bei Malchin

Die Zeichen im Stein bei Malchin

Vor vielen Jahrhunderten gab es in Malchin ein wendisches Schloss, worin die letzte Fürstin, die Prinzessin Wendogard, residierte. Dieser gehörten fast alle Felder und Wälder, welche Malchin zur Zeit im Besitz hat. Nur über den Wald, der sich noch jetzt längs des Kummerower Sees hinzieht, war sie mit dem berüchtigten Raubritter Landolph, dessen festes Schloss auf einer Insel im Kummerower See lag, im Streit, der ungerechterweise behauptete, der Wald sei sein Eigentum.
Eines Tages kam nun die Fürstin in Begleitung ihres Hofes mit dem Ritter Landolph zur endlichen Ausgleichung des Streits in diesem Walde zusammen. Mit einem feierlichen Eide schwur sie hier in Gegenwart so vieler Zeugen, dass der Wald schon seit undenklichen Zeiten ihrer Familie gehört habe, und dass, wenn Gott sie dereinst in das Jenseits abrufen werde, er nebst all ihren übrigen Ländereien den Malchiner Bürgern angehören solle. - Der Ritter antwortete mit grässlichem Fluchen, und lästernd setzte er hinzu: »Ich gebe auf keinen Schwur, weil es keinen Gott gibt!« -empört über solche Frechheit rief die Fürstin: »So wahr als ich jetzt meinen Fuß und die Spitze meines Szepters in diesen harten Stein stoße, so wahr gibt es einen Gott, und so wahr gehört der Wald mir!«
Mit diesen Worten stieß sie ihren Fuß und die Spitze des Szepters so tief in den Stein, dass noch heute die Spuren davon zu sehen sind. Der Ritter rief hiernach die grauenhaftesten Lästerworte aus und verfluchte den allmächtigen Gott, der solche Zeichen zulasse.
Kaum waren diese Worte aber über seine Lippen, als auch schon die Erde erbebte, sich auftat und den Frevler vor den Augen der Fürstin und ihrer Räte verschlang. Zur selbigen Zeit versank auch die Insel mit seiner Burg; und noch heute [1860] wollen die Schiffer bei ruhigem, klarem Wetter die Türme dieses versunkenen Raubschlosses tief unten im Grunde des Kummerower Sees erblicken.


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