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Die Ünnerirdischen im Lindenberg.

Die "Ünnerirdischen" im Lindenberg.

Quelle: „Die Wundereiche“, eine Auswahl Mecklenburgischer Sagen von Ruth Roggentin Petermänken-Verlag Schwerin, Veröffentlicht 1959 unter Lizens-Nr. 381/325/4/59
Eingesandt von Ralf Dusek aus Westerburg im Westerwald.

Einst hakten in der Nähe des Lindenbergs, eines Hünengrabes bei Penzlin, zwei Knechte eines Mollenstorfer Bauern das Feld. Plötzlich überkamen den einen der beiden entsetzliche Leibschmerzen. Wie mit Messern fuhr es ihm durch die Eingeweide, so dass er aufhören musste zu arbeiten und sich am Grabenrande niederlegte. Der andere Knecht eilte auf sein Jammern herbei und bemühte sich, ihm zu helfen. Dabei gewahrte er plötzlich neben sich auf der Erde eine Schüssel mit einer köstlich duftenden warmen Suppe, in der zwei Löffel standen. Er redete nun dem Kranken zu, von dieser Suppe zu essen, damit sich sein Befinden vielleicht davon wieder bessere. Der aber wollte von Essen nichts hören und ließ sich erst, als sein Begleiter selber von der Suppe zu essen begann, einige Löffel davon aufnötigen. Die Suppe aber musste von besonderer Art sein, denn kaum hatte er ein wenig davon genossen, so fühlte er schon, dass die Schmerzen nachließen und ein wunderbares Wohlbefinden seinen ganzen Leib durchrann. Er langte daher eiligst zu. Sein Gefährte aber hatte in Wahrheit nichts von der Suppe zu sich genommen, da er fürchtete, diese könne von den „Ünnerirdschen" stammen und möchte ihm vielleicht nicht gut bekommen. Es war aber genau das Gegenteil der Fall, denn als der Kranke die Schüssel geleert hatte, fühlte er nicht nur keine Schmerzen mehr, sondern war frischer und kräftiger als je zuvor. Nun bereute der andere Knecht, nicht auch von der Suppe gegessen zu haben. Aus Ärger darüber, dass nichts mehr vorhanden war, besudelte er die kleine Schüssel auf widerliche Weise und rief dabei laut: „Gäwt ji mi nicks to biten, so will ik juch wat schiten!\" - Dies aber sollte ihm schlecht bekommen. Er kränkelte von Stund an und verging wie Schnee in der Sonne. Sein Gefährte dagegen nahm ständig zu an Kraft und Gesundheit und blieb zeitlebens von jeglicher Krankheit verschont.


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