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Der Steintanz bei Boitin

Der Steintanz bei Boitin

Auf dem Wege von Zernin nach Boitin [Kr. Bützow] kommt man in einen Buchenwald; in demselben liegt ein kleiner See. Von ihm gelangt man nach einer Anhöhe, auf der drei Kreise von Steinen zu treffen sind. In dem einen Kreise befinden sich neun, in den ändern beiden Kreisenje sieben Steine. Der eine Stein führt den Namen die »Kanzel« und ist mit einem kleinen Auftritt versehen; ein anderer mit dreizehn viereckigen kleinen Löchern heißt die »Brautlade«. Die Steine insgesamt nennt man den »Steintanz«.
Einst versammelten sich hier die Wenden und brachten ihrem Gotte Radegast blutige Opfer dar. Schauerlich tönte dann der Todesschrei eines Kriegsgefangenen durch den stillen Wald. Als dann das Christentum in Mecklenburg Einzug fand, vergaß man allmählich die Opferstätte. Wer aber nach Jahrhunderten auf der Anhöhe mit den merkwürdigen Steinen stand, machte sich seine Gedanken; und dann ging die folgende Sage von Mund zu Mund:
In der Nähe der Stelle lag vor vielen Jahren das Dorf Dreetz, in welchem viele reiche Bauern wohnten. Einst wurde im Dorfe eine Hochzeit gefeiert, bei der es lustig herging. Zuletzt verfielen sie im Übermut auf den Gedanken, mit Würsten und Broten Kegel zu spielen. Da traf sie die Strafe des Himmels; sie wurden sämtlich, Kegelspieler und Tänzer, ebenso die reichgefüllte Brautlade, in Stein verwandelt. Nur ein Schäfer, der an dem Spiele nicht teilgenommen hatte, war durch einen Geist ermahnt worden, schleunigst zu entfliehen; auch hatte man ihm ernstlich bedeutet, sich auf der Flucht nicht umzusehen. Als er aber das Dorf fast erreicht hatte, ließ ihn die Neugierde nicht ruhen; um aber das Verbot zu umgehen, bückte er sich und sah zwischen seinen Beinen durch. Da wurde auch er samt seinem Hunde in einen Stein verwandelt.
Der Hund liegt etwa hundert Meter vom Steintanz entfernt. Der Schäfer befindet sich auf einer Büdnerei in Boitin und ist dort zum Fundament einer Scheune verwandt worden.
Am Johannistage hängt aus der Brautlade ein roter Faden heraus. Wer Mut genug hat, ihn herauszuziehen, kann den Schatz heben.


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