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Der Hexenkeller in der Penzliner Burg.

Der Hexenkeller in der Penzliner Burg.

Quelle: „Die Wundereiche“, eine Auswahl Mecklenburgischer Sagen von Ruth Roggentin Petermänken-Verlag Schwerin, Veröffentlicht 1959 unter Lizens-Nr. 381/325/4/59
Eingesandt von Ralf Dusek aus Westerburg im Westerwald.

Tief unter den übrigen Kellern der Burg Penzlin befindet sich noch heute ein grauenhaftes Verlies, der Hexenkeller, in dem einst die Hexen eingekerkert und peinlich verhört wurden. Man sieht dort noch die Nischen mit den schweren Eisenstangen, an denen die unglücklichen Geschöpfe, die man der Hexerei bezichtigt hatte, angeschlossen wurden. In dem oberen Keller befand sich dann der sogenannte Brennofen, in welchem sie verbrannt wurden, wenn man sie für schuldig befand. Der letzte, der hier auf grauenhafte Weise ums Leben gekommen ist, war ein Hirte, der die Kühe des Freiherrn hütete. Ein böses Weib hatte ihn der Hexerei bezichtigt, als sich einmal bei einer der freiherrlichen Kühe Blut in der Milch zeigte. Obwohl der Mann nicht nachliess, seine Unschuld zu beteuern, wurde ihm der Prozess gemacht und er zum Feuertode verurteilt. Wenige Minuten vor seinem Tode soll der Unglückliche verzweifelt ausgerufen haben, Gott werde seine Unschuld ans Licht bringen. Und siehe, am Tage nach seiner Hinrichtung fanden die bestürzten Richter vor den Toren der Burg drei wunderschöne blaue Blumen, wie sie bislang noch keines Menschen Auge erblickt hatte.


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